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23. Juni 2017

Solidarisch mit Prince Happy

princehappy

Wir, die Freisinger Fachoberschule/Berufsoberschule (FOS/BOS) bangen um einen unserer Mitschüler. Prince Happy, ein 23-jähriger Nigerianer, soll am Freitag, 7.Juli, in sein Heimatland abgeschoben werden. Die Schulgemeinde hat sich nun zu einer Solidaritätsaktion unter dem Motto „Prince Happy – wir wollen Dich bei uns behalten“ zusammengeschlossen. Schüler wie Lehrer fühlen sich durch die überraschende Nachricht, dass der 23-Jährige abgeschoben werden soll, vor den Kopf gestoßen.

Der 23-Jährige Prince Happy ist einer der besten Schüler, die derzeitin den Berufsintegrationsklassen der FOS/BOS unterrichtet werden. Er bringe alle Voraussetzungen auf eine erfolgreiche Integration und Zukunft mit sich. Er ist fleißig, motiviert und setzt sich als Klassensprecher für seine Mitschüler ein. Er spricht mittlerweile gut Deutsch. In Nigeria habe Prince Happy bereits Biotechnology studiert. Nachmittags und in den Ferien arbeite er, um auf eigenen Beinen stehen zu können. Prince Happy wünsche sich nichts mehr, als in Deutschland eine Ausbildung machen oder sogar studieren zu dürfen. Er würde auch im nächsten Schuljahr noch die Berufsintegrationsklasse besuchen.

Warum werden junge Menschen mit guten Perspektiven in Deutschland in ein Land zurückgeschickt, in dem ihre Zunkunft und ihr Leben massiv bedroht sind? Für Prince Happy als Christ, ist Nigeria extrem unsicher. Warum wird ein Schüler, der sich nichts zu Schulden haben kommen lassen und sich in kürzester Zeit vorbildlich integriert habe, in ein solch ein Land abgeschoben? Das stößt bei uns auf Unverständnis. Zumal der Staat viel Steuergeld in die Bildung der Geflüchteten investiert, indem er die Berufsintegrationsklassen eingerichtet hat.

Die Lehrkräfte, die in den Berufsintegrationsklassen unterrichten, haben viel Zeit und Mühe investiert, da sie vom Sinn des Projekts, die jungen Flüchtlinge zu integrieren und ihnen eine Perspektive für die Zukunft zu geben, überzeugt sind. Diese Situation drückt nun auf das Gemüt dieser Lehrkräfte, sie stellen ihre Arbeit in Frage.

Bericht aus der SZ vom 23. Juni 2017 in gekürzter Form.